Warum gibt es Krankheiten und Leiden …?

Ich finde es gar nicht so leicht auf solche Fragen zu antworten. Niemand möchte leiden. Und wir wollen auch nicht, dass unsere Lieben leiden. Wie kann Gott Leiden zulassen, wenn Gott doch Liebe ist?

Eine der schönsten Antworten, die ich jemals auf diese Fragen gehört habe stammt von Padre Pio:

„Warum gibt es das Böse in der Welt? Hört mir gut zu. Da ist eine Mutter, die stickt mit einem Webrahmen, daneben sitzt ihr Kind auf einem niedrigeren Hocker. Der Kleine betrachtet die Stickerei der Mutter, allerdings – umgekehrt! Soo – von unten und sagt: „Mama, was machst du denn da? Wie hässlich ist diese Stickerei?!“ Doch was macht die Mutter? Sie neigt die Stickerei zum Sohn herab und zeigt ihm die gute Seite. Alle Farben am rechten Platz und alle Fäden zusammen in der Harmonie des Bildes! … Das Schlechte ist wie – ist wie die Rückseite der Stickerei. Wir sitzen alle auf dem niedrigen Schemel.“

(Aus dem Spielfilm „Padre Pio“, ab 2:19:43)

Wie dieses Kind im Gleichnis, sehen wir fast nie oder nur selten das gesamte Bild, das immer vollkommen ist. Was wir sehen und in unserem Leben wahrnehmen, sind oft hauptsächlich die Mühen des Lebens. Und das nehmen wir solange als leidvoll wahr, bis wir es wagen uns auf eine höhere Bewusstseinsebene zu begeben. In diesem Moment verändert sich dann unsere gesamte Sichtweise und Erfahrung. Letztendlich ist jedes Hindernis auf unserem Weg, Teil eines größeren Plans, der sich zum Wohl aller entfaltet. Nur – wir sind meist zu egobehaftet und haben eben diese übergeordnete Sichtweise nicht, um zu erkennen, dass alles zur Entfaltung einer ganzheitlichen Harmonie auf allen Ebenen des Seins führt.

„Leiden ist nicht unbedingt etwas, das es zu vermeiden gilt.
Aus der richtigen Perspektive betrachtet ist es ungeheuer förderlich.
Auf unseren spirituellen Wegen üben wir uns darin,
dieses Leiden aus einer anderen Perspektive zu sehen,
um zu erkennen, wie es unser Wachstum im Universum erweitern wird.
Dann wird es essenziell; dann wird es erfüllend.
Für die gesamte Erfahrung.“ 

Zitat aus: Solomon spricht über ein Leben in Verbundenheit, von Eric Pearl und Frederick Ponzlov, Koha-Verlag, S. 144

Wenn so eine Erkenntnis zutiefst innerlich da ist, können wir uns entspannen und dann fällt fast immer das Leiden einfach von uns ab. Das wünsche ich uns allen!

Eure Barbara Maria Piel

 

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