Der Zwischenraum – Die Lücke zwischen den Gedanken

Artikel von Barbara Maria Piel

In dem Kapitel über Selbstheilung, schreibt Eric Pearl in seinem ersten Buch „The Reconnection“, über das Eintreten in den Zwischenraum. Jemand, der schon länger meditiert, kennt das Phänomen in diesen Bewusstseins-Zustand hinein zu sinken. Wer jedoch noch nie meditiert hat oder gerade erst damit begonnen hat, dem kann diese Beschreibung monate- oder sogar jahrelang unerklärlich bleiben, bis er es dann schließlich selbst erlebt. Einmal dort hineingerutscht, endet die übliche Wahrnehmung. Es ist heiliger Raum.

„Es gibt eine Kraft,
die im „Zwischenraum“ lebt,
in dem speziellen, subtilen Moment,
wenn das eine endet
und das andere noch nicht begonnen hat. …
In diesem Raum wird uns die Kraft gegeben,
unseren Körper zu heilen,
unser Leben zu ändern
und Frieden in die Welt zu tragen.
Alle Ereignisse haben ihren Ursprung
in diesem kraftvollen, magischen Moment.“

Gregg Braden

Wie gelangen wir nun in diesen magischen inneren Raum? Anfangs ist es sinnvoll sich an einen ruhigen Ort zu begeben und es sich bequem zu machen. Wir entspannen uns und nehmen unseren Körper von innen heraus wahr, ohne jegliche Beurteilung. Dann beobachten wir, wie sich die innere Energie im Körper bemerkbar macht. Vielleicht zuerst in einzelnen Körperteilen, bis sich die Empfindungen auf den gesamten Körper ausgebreitet Im Einklang der Naturhaben. Es kann sehr interessant sein, zu beobachten, wie die Empfindungen von Energie sich immer weiter verstärken und sich dann auch über den physischen Körper hinweg ausweiten. Die Gedanken werden immer weniger …. . Irgendwann, während wir unsere Wahrnehmungen genießen, rutschen wir ganz von allein in den Zwischenraum hinein. Die sonst übliche Wahrnehmung endet.

Wir können diesen Vorgang jedoch nicht fokussieren! Es geschieht tatsächlich von allein. Wir können es nur zulassen. Sind wir in diese Leere hinein gesunken, nehmen wir das nicht wahr. Erst dann, wenn sich die übliche Wahrnehmung wieder eingestellt hat, wird uns bewusst, was geschehen ist.

„Leer sein, bedeutet eins sein.“ Thich Nhat Hanh

Wenn es uns einige Male gelungen ist, die Energie im Körper zu spüren, dann ist es auch möglich diese Empfindungen während des ganz normalen Alltags immer wieder aufzunehmen oder sogar beizubehalten. Unsere gesamte Ausstrahlung wird sich positiv verändern und weiten. Manchmal kann es dann sogar im Alltag geschehen, dass wir in diesen Zwischenraum sinken, wenn es gerade passend für uns ist. Das ist Meditation im Alltag.

„Meditieren heißt auf das Göttliche in uns zu hören.“
Edgar Cayce in Reading 1861-19

Das Wissen um diesen Zwischenraum ist uralt und in allen Kulturen zu finden. Vielleicht ist es noch passender zu sagen, dass es zeitlos ist. Selbst die Natur schöpft Kraft aus diesem heiligen Raum. Jeden Morgen, unmittelbar bevor die Sonne aufgeht und jeden Abend, unmittelbar nachdem die Sonne untergegangen ist, schweigen die Vögel und es herrscht für einen Augenblick atemlose STILLE. – Heiliger Raum – . Die Indianer Nordamerikas nutzten diese Zeitpunkte für Gebete und um selbst in das innere Schweigen einzutreten.

Auch in unserem Atemrhythmus finden wir den heiligen Raum. Jeweils zwischen Ein- und Ausatmen gibt es eine kleine Atempause … . In den alten Schriften der Essener-Gemeinschaft, der auch Jesus angehörte können wir lesen:

„Wir verehren den heiligen Atem,
der höher ist,
als alle erschaffenen Dinge.
Denn siehe,
der ewige, höchst Lichtraum,
wo die unzähligen Sterne regieren,
ist die Luft, die wir einatmen
und die Luft, die wir ausatmen.
Und im Augenblick
zwischen Einatmen und Ausatmen
liegen alle Mysterien
des Unendlichen Gartens verborgen.“

Aus Das Evangelium der Essener, von Dr. E. Bordeaux Szekely, Verlag Bruno Martin, S. 81

In diesem Zwischenraum ist die große Leere verborgen, das Nichts, das alle Möglichkeiten in der Unmanifestation in sich enthält. Es geht darum leer zu sein um alles empfangen zu können. Leer zu sein von was? Von allem, was uns jemals konditioniert hat uns für etwas anderes zu halten, als ein göttliches unendliches Wesen. Und was heißt es alles empfangen zu können? In dieser Leere, diesem heiligen Raum ist alles enthalten und aus ihm heraus zu wirken, bedeutet in Fülle zu leben. Und das wünsche ich uns allen!

h33


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